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Gab es im
vegangenen Kinojah nachhaltig beeindruckendere Momente des
Sich-Verlierens als jene Kamerafahrten über ein fantastisch
lebendiges Mitterlerde, die einen Kinosessel und Sitznachbarn
vergessen ließen ? Mit Sicherheit nicht. Ganz zu schweigen von
der großen Überraschung bei Tolkien-Fans und Filmkritikern
weltweit darüber, dass Peter Jacksons Mammutprojekt dem Geist
eines der wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts näher kommt,
als jemals für möglich gehalten wurde. 13 Oscar-Nominierungen,
von denen ungerechtfertigterweise nur vier mit nach Hause
genommen werden durften, sprechen eine klare Sprache und geben
eine fast verpflichtende Empfehlung für den anstehenden
DVD-Verkaufsstart ab. Tatsächlich büßt der erste Teil von
Peter Jackson epischer Ring-Trilogie auch auf heimischen Anlagen
kaum etwas von seiner breitwandigen Faszination ein, bietet das
Medium der DVD doch über die beliebige Wiederholbarkeit hinaus
ein audiovisuelles Ergänzungsprogramm, das neben dem Faszinosum
des Filmes selbst auch die Dreharbeiten und den
Entwicklungsprozess als eigenes Abenteuer zur Verfügung stellt.
Aber zurück nach Beutelsend, von wo aus schon die Abenteuer des
"Kleinen Hobbit" ihren Anfang nahmen... Der
feiert mittlerweile seinen 111. Geburstag, zu dem auch der
Zauberer gandalf (Ian Mc Kellen) erscheint. Allerdings nur, um
ihm seinen "Schatz", den Ring der Macht,
abzuschwatzen, um ihn von Bilbos Neffen Frodo (Elijah Wood) und
seinen Gefährten nach Mordor bringen zu lassen, wo der Ring
endgültig zerstört und damit dem Zugriff des bösen Zauberers
saruman (Christopher Lee) entzogen werden soll. Auf ihrem
gefahrvollen und von düsteren Ringgeistern begleiteten Weg
gesellt sich zunächst Schleider/Aragorn (Viggo Mortensen) zu
ihnen, bevor sich beim Elbenkönig Elrond die Schar der
Gefährten komplettiert und die Reise und damit ein Fantasy-Epos
von bischer nicht gekannten Ausmaßen erst so richtig ihren
Anfang nimmit. Es
ist schon erstaunlich, wie weit es Peter Jackson,
neuseeländischer Meister des "Bad Taste",
mitterweile gebracht hat. war besagtes Werk noch ein unter
Splatter-Fans heiß gehandelter No-Budget-Streifen, hat sich
Jackson über "Braindead", den künstlerisch
höchst anspruchsvollen "Heavenly Creatures"
und "The Frighteners" scheinbar genug Vertrauen
erarbeitet, um New Line Cinema für die Fertigstellung aller
drei Ring-Teile ein Budget zu entlocken, das mit 300 Millionen
Dollar in der Filmgeschichte seinesgleichen sucht. Wo das Geld
geblieben ist, lässt sich jeder Einstellung, angefangen mit der
atemberaubenden Schlachtszene gleich zu Beginn, nachvollziehen.
In seiner filmischen Opulenz nie nachlassend, im Gegenteil einen
unnachmlichen naturalistischen Sog entwickelnd, steht die
Ausstattung des "Herrn der Ringe" (allein 1600
Fuß und Ohrenprothesen wuden gefertig !) dem in nichts nach.
Und die Ausstrahlung, welche die illustre Schauspiergarde (u.a.
sind auch Liv Tyler, Cate Blanchett und Sean Bean mit von der
partie) trotz strapaziöser monatelanger Dreharbeiten and den
Tag legt, ist beispielhaft und auch notwendig angesichts der
sagenhaften Naturaufnahmen. Knappe drei Stunden währte das
Glück eines jeden Tolkienianers, dann war, zumindest im Kino,
viel zu früh Schluss. Allerdings
nicht für die DVD-Gemeinde, der nicht nur die Möglichkeit
gegeben wird, deutsche und englische Fassung (mit sagenhaft
einstudierten Dialekten) in glasklarem Dolby Digital-Surroundton
miteinander zu vergleichen und in satten Widescreen-Landschaften
zu schwelgen, auch die über zwei Studen Bonusmaterial sorgen
für ausgedehnte Möglichkeiten zur Mitterlerde-Touristik. So
gibt es neben der exklusiven zehnminütigen Vorschau auf
"Die Zwei Türme" drei ausführliche Dokumentationen
über die Dreiharbeiten, von denen außer den Titeln ("Welcome
To Middle-Earth", "Quest For The Ring",
"A Passage To Middle-Earth") nichts verraten
werden soll. Zur quasi-historischen Aufarbeitung von Geschichte
und Geografie Mitterlerdes laden dann zahlreiche Specials ein,
die ursprünglich für lordofthering.net entstanden sind und
neben Kultur und Bewohnen der Fantasiewelt auch
Darstellerinterviews beinhalten. Außerdem natürlich
Original-Kinotrailer und TV-Spots, Enyas Video zu "May
It Be" und Ankündigungen anstehender
Veröffentlichungen zum "Herrn Der Ringe" (u.a.
des Videogames zu "Die zwei Türme"). Eine
DVD-Edition, die wie geschaffen dafür ist, sämtliche
bischerigen Referenz-Titel des Mediums unter ihr Joch zu
zwingen, ein Silberscheibe gewordener Superlativ, dessen
Bannkraft bis zu den "Zwei Türmen" und
darüber hinaus reichen dürfte. Was Richard Wagner für den
"Ring der Nibelungen", das ist Peter Jackson
für den "Herr der Ringe" ! |