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The Movies (X) : The Press ¤~
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MovieStar : Ein Interview mit Christopher Lee

Passend zum Kinostar von DIE ZWEI TÜRME erschien die Tolkien-CD "At Dawn in Rivendell", auf der Christopher Lee zur Musik von Casper Reiff und Peter Hall über zwanzig Gedichte aus dem HERR DER RINGE liest und als "Baumbart" sogar singt. Anfang November wurde er in Wien mit dem WORLD AWARD für sein (nach eigenen Angaben 280 Filme starkes) Lebenswerk ausgezeichnet. Andere Preistäger waren Roman Polanski, Jeremy Irons und Karlheinz Böhm. Danach machte er einen Abstecher nach Wiesbaden (näheres dazu im nächsten DVD SPECIAL am 13.12) und erklärte sich nach einer hektischen Pressekonferenz bereit, uns einige Tage später ein exklusive Interview zu geben.

MovieStar : Ursprünglich wollten sie länger in Wiesbaden bleiben...

Christopher Lee : Ja, aber ich mußte abreisen, um mich mit Leuten aus Kalifornien zu treffen, die mit mir über ein Projekt sprechen wollten. Rein berufliche Gründe also. Auf der Pressekonferenz in Wiesbaden sah man vor allem, welche Folgen es hat, wenn man falsch zitiert wird - und das werde ich oft. Oder man legt mir Aussagen in den Mund, nur um eine Geschichte daraus zu machen. Bestes Beispiel ist "Dumbledore" und HARRY POTTER. In den letzten Tagen mußte ich mich dazu überall, wo ich war äußern : Nein, ich wurde bischer von keiner Seite gefragt, die Rolle von Richard Harris zu spielen. Derartige Spekulationen so kurz nach seinem Tod sind einfach geschmaklos. Auch was die Times schrieb, daß ich bereits für den ersten Film gefragt wurde, aber wegen Dreharbeiten zu LORD OF THE RINGS und EPISODE II keine Zeit hatte, ist falsch. Die Einzigen, die mich mit HARRY POTTER in Verbindung bringen, sind die Medien, voe allem das Internet. Auf meiner Website habe ich jetzt ein Statement dazu, das hoffentlich alles klarstellt. Ein anderes Beispiel ist die Frau auf der Presskonferenz, die mir politische Statements entlokken wollte, damit ich ihre Story passe. Oder der Mann, der nicht akzeptieren wollte, daß meine Dracula-Vergangenheit schon 32 Jahre hinter mir liegt und mir dumme Fragen stellte.

MovieStar : Zur Zeit sind Sie sehr begehrt. Was können Sie über die Realverfilmung von DAS LETZTE EINHORN sagen ?

Christopher Lee : Ich bin sogar begehrter als jemals zuvor ! DAS LETZTE EINHORN befindet sich in der Pre-Production. Die Storyboards dürfen fertig sein und die Finanzierung müßte stehen, aber damit habe ich nichts zu tun. Einige sehr gute Schauspieler haben bereits fest zugesagt  (Anm : Angela MORD IST IHR HOBBY Landsbury, René "Odo" Auberjonois und Mia Farrow, die alle in der TrickFilmfassung sprachen.)

MovieStar : Das Projekt RIDING WITH THE LADDIE soll von ihrem Kultfilm THE WICKER MAN (1973) inspiert sein...

Christopher Lee : Der Film wird vermutlich nur THE LADDIE heißen. Es werden zwar derseibe Produzent und derselbe Regisseur, Peter Snell und Robin Hardy verantwortlich zeichnen, ansonsten wird es außer mir als Darsteller aber keine Parallelen zu WICKER MAN geben. Aber der Film wird genauso erotisch, romantisch, witzig und furchteinflößend sein und einige wunderbare Songs haben. Es geht darin um eine Gemeinschaft in Scottland, die eine andere Form des Lebens hat, andere Traditionen und eine andere Kultur. Zwei junge Anhänger einer amerikanischen Glaubensgemeinschaft kommen dorthin und werden freundlich aufgenommen, wie im WICKER MAN eben...

MovieStar : Ist es wahr daß für die Rolle des Helden Ewan McGregor im Gespräch war, dieser aben nun von Sean "Sam Gamdschie" Astin gespielt wird ?

Christopher Lee : Ewan McGregor hat Interesse and der Rolle gezeigt, aber das ist schon einige Jahre her. Ich denke, er hat jetzt andere Dinge zu tun. Sean Astin ist fest für die Rolle vorgesehen, und sobald wir das Geld zusammenhaben, werden wir den Film machen. Das Problem ist nur, daß dieser Film "anders" ist. Davor haben sie Angst.

MovieStar : Stimmt es wirklich, daß das Originalnegativ der WICKER MAN-Rohfasung immerhin 386 Büchsen Film "aus Versehen" als Füllmaterial zum Straßenbau verwendet wurde ?

Christopher Lee : Ich weiß nicht, was ich glauben soll, ich weiß nur, daß wir alles versucht haben, das Originalnegativ zu finden - ohne Erfolg. Mir wurde vieles erzählt, inklusive dieser Story. Aber ich weiß nicht, ob sie wahr ist, ich denke aber, daß es noch irgendwo liegt, vielleicht falsch beschriftet oder unbeschriftet. Dafür habe ich keinen Beweis, nur meinen instinkt. Jemand müßte schon einen triftigen Grund haben, das Negativ eines relativ neuen Films verschwinden zu lassen. (Anmerkung : Die längste Fassung erschien auf DVD in England und den USA).

MovieStar : Was können sie über THE TWO TOWERS berichten ?

Christopher Lee : Nicht (lacht). Das mag sich merkwürdig anhören, aber ich bin erstens vertraglich gebunden und zweitens habe ich ihn noch nicht gesehen. Das werde ich erst auf der Premiere am 10. Dezember in Paris. Ich weiß nicht, wie viele meiner Szenen in der Endfassung enthalten sein werden. Ich hoffe, daß ich überhaupt noch drin bin (lacht). Aber das weiß man nie.

MovieStar : Sie deuteten einmal an, daß voraliem Sarumans Stimme eine besondere Rolle spielen werde...

Christopher Lee : Ja, weil daß auch in Tolkiens Buch so ist. Die Stimme Sarumans ändert sich ständig, je nachdem mit wenn er spricht, ob er versucht, Einfuß zu nehmen, Befehle gibt, ruhig ist... Der Gemeinsname Nenner ist das Hypnotisierende in der Stimme. Das habe ich zu vermitteln versucht.

MovieStar : Es verwundert, weshalb man sie nicht für die deutsche Synchro geholt hat, de sie sich früher zum Teil für weniger wichtige Rollen selbst sorachen.

Christopher Lee : Das ist eine interessante Frage. Ich habe schon öfter deutsch in Filmen gesprochen (Anm : im Originalton in zwei Edgar-Wallace-Filmen und Spielbergs 1941 sowie als Synchronisprecher in CAPTAIN INVINCIBLE, sowie den Animationsfilmen DAS LETZTE EINHORN und WALHALLA). Erst vor kurzem habe ich mich für die ROBIN HOOD-TV-Serie selbst synchronisiert. Ich habe den kompletten Dialog meiner Rolle als Zauberer bei Hermes Synchron in Babelsberg aufgenommen. Als DER HERR DER RINGE : DIE GEFÄHRTEN beendet war, frage man mich, ob es möglich wäre, meine Rolle auch für die deutsche Version zu sprechen. Dazu hatte ich mich gerne bereit erklärt. Einige Zeit später bekam ich einen Anruf und wurde gebeten, zum Vorsprechen zu gehen. Ich sagte : "Nein  ! Wenn Sie mich deutsch sprechen hören wollen, sehen Sie sich meine bisherigen Arbeiten an oder fragen sie bei Hermes Synchron nach !" Ich habe nie wieder von ihnen gehört. Natürlich wäre ich imstande gewesen, es zu machen.

MovieStar : In einer deutscher Wochenzeitung erschien im letzten Jahr ein Artikel, in dem es hieß, daß die Dreharbeiten zu DER HERR DER RINGE und EPISODE II aufgrund eines Un falls für sie zur Tortur geworden wären.

Christopher Lee  : Das Stimmt, obwohl das Wort "Tortur" sicherlich etwas übertrieben ist. Es passierte am 26. Juni 2000 in Singapur. Ich und meine Frau schliefen im Hotelzimmer. Ich wachte auf und mußte ins Bad, wußte aber nicht, wo der Lichtschalter war. Also tastete ich mich im Dunkein voran, stolperte und wollte mich nicht meiner rechten Hand abstützen. Dabei habe ich mir beinahe zwei Finger and einer scharfen Türkante abgetrennt. Ich wurde innerhalb einer Stunde operiert und mußte drei Tage später in Neuseeland die Dreiharbeiten zu HERR DER RINGE fortsetzen. Ich hatte Bandagen an der Hand, durch die Ständig Blutt tropfte. Deshalb versuchte ich immer, meine rechte Hand außerhalb des Bildes zu halten. Es war sehr schmerzhaft und hat mich in meinem Bemühen, eine entsprechende schauspielerische Leistung abzuliefern, sehr eingeschränkt. Meine Hand ist zwar noch etwas empfindlich, aber ich kann sie nun wieder gebrauchen.

MovieStar : In den USA und in Großbritannien erscheinen immer mehr ihrer Filme auf DVD. Daber fällt auf, an wie vielen Sie in Forn von Interviews und Audiokommentaren beteiligt sind...

Christopher Lee : Nun, das muß man wohl, um diese Filme und mich im Licht der Öftentlichkeit zu behalten.

MovieStar : Wobei die Titel obskurer werden.

Christopher Lee : Zum Beispiel ?

MovieStar : In den USA ist ein Interview mit ihnen auf einer DVD von Jess Francos EUGENIE - THE STORY OF HER JOURNEY (DIE JUNGFRAU UND DIE PEITSCHE, 1970) angekündigt.

Christopher Lee : Dafür würde ich kein Interview, geschweige denn einen Audiokommentar abgeben - SPEZIELL dafür nicht ! Es kann sein, daß im Laufe eines LANGEN Interviews neben vielen anderen Dingen auch dieser Film angesprochen wurde. Dann habe ich wohl das erzählt, was ich immer dazu sage, nämlich, daß ich einen Anruf bekam und mir erklärt wurde, daß George Sanders aus irgendwelchen Gründen ausfiel und ob ich nicht für ihn einspringen wollte. Also bin inch für ein Wochenende nach Barcelona gereist, habe gespielt, was vereinbart war, und reiste wieder ab. Erst einige Zeit danach habe ich herausgefunden, daß hinter meinem Rücken ganz andere Dinge gedreht wurden als die vereinbarten : Leute, die sich auszogen usw. Wenn ich vorab gewußt hätte, in welsche Richtung sich dieser Film entwickelt, hätte ich nie eingewilligt.

MovieStar : Vor ein paar Jahre schimpften Sie über "15 Jahre alte Hollywood-Executives, die ihre Baseballmützen verkehtherumtragen für die nur entscheidend sei : Who's HOT and who's NOT !" Betrachten Sie sich nun als "hot" ?

Christopher Lee : Oh, Gott, ja. Mehr als je zuvor. Aber das mit den 15jährigen Executives war natürlich ein Scherz. Aber es ist wahr, daß mir in den Studios Executives begegneten, die sich wie 15jährige BENAHMEN und so angezogen waren. Die saßen dann hinter ihren Schreibtischen und fragten mich, ob ich schon viele Filme gemacht hätte. Dann warfen sie einen Blick auf meine Filmografie und kommentierten : "Oh, Sie haben aber schon viele Filme gemacht, sie HABEN aber...!" Von solchen Leuten bekam ich auch schon Fragen gestellt wie : "Haben sie schon einmal dunkle geheimnisvolle Charaktere gespielt ?"

MovieStar : Ihre Lieblingsrolle ist der Gründer Pakistans, Mohammed Ali JINNAH. Bis Heute gibt es Probleme mit der Vermarkfung des Films Hängt das mit dem 11. September zusammen ?

Christopher Lee : Definitiv ! Zum einen Wirkt das Wort "Moslem" abschreckend auf manche Vertreter der westlichen Filmindustrie - und in diesem Film geht es um den muslimischen Führer einer muslimischen Nation. Natürlich war das auch schon vor dem 11. September so (vergessen Sie nicht, daß JINNAH bereits 1997 gedreht wurde und seitdem Probleme hat !), aber der 11. September hat die Situation sicher verschlechtert. Es gab auch Produktionsinterne rechtliche Schwierigkeiten, über die ich nichts weiß. Der Film lief drei Monate in Pakistan, mit Riesenerfolg. Er wird weltweit auf Festivals gezeigt, mit exzellenten kritiken.

MovieStar : Sie hatten schon immer viele Anhänger, aber nun ist der Frankult förmlich explodiert. Wie denken sie darüber, daß vor altern bei "Ebay" mit zum Teil gefälschten Christopher-Lee-Memorabilia gehandert wird ?

Christopher Lee : Von jetzt an gebe ich nur noch Autogramme mit Widmung. Denn meine Unterschrift alleine ist möglicherweise eine Fälschung. In New York habe ich etwas unterschrieben, das reproduziert wurde, wobei meine Unterschrift als echt verkauft wurde. Es wurde mir jetzt erst bewußt, welche immense Wertsteigerung meine Unterschrift auf Erstaufführungsplakaten bestimmter Filme verusacht - oftmals viele tausend Dollar. Ich wünschte, ich hätte die Originale der alten Hammer-Filme !

MovieStar : Wird man Sie in EPISODE II wieder als Count Dooku erleben können ?

Christopher Lee : Wenn ich noch am Leben bin, ja ! Mir wurde versichert, daß ich wieder dabei bin. Allerdings weiß ich noch nicht genau, was auf mich zukommt.

Das Interview führte Uwe Huber

English summary

- Christopher Lee once again cleares out that he was never asked to play Dumbledore in Harry Potter.

- He talks about his new projects "The Last Unicorn" and "Riding with the Laddie". In "Riding with the Laddie", Sean Astin will play the main character.

- At the TTT- premiere in New York, he will see the movie for the first time. His contract doesn't allow him to tell  anything about the movie, except that Saruman's voice will be the most important thing. It will change the way Tolkien described it.

- He would have liked to speak Saruman also in the German translation of the movie, but somebody else was chosen to do that.

- He is looking forwad to join Starwars II again.

Source : MovieStar N° 1/2003

 

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