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The Movies (X) : The Press ¤~
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Petra

Orlando Bloom im Interview : Phantastische Aussichten (in German)

Von "Herr der Ringe" auf die Schiffsplanken im "Fluch der Karibik" : Fantasy-Filme haben Orlando Bloom zum Star gemacht - und zum Sex-Symbol wider willen.

Ein offener Blick und ein strahlendes Lächeln, das sogar der Sonne Konkurrenz macht : Orlando Bloom ist nicht nur ein hübscher Junge, sondern auch ein Glückskind. Direkt von der Schauspielschule engagiert, spielte er in den "err der Ringe" - Filmen den blonden Elben-Krieger Legolas und hängte auf der Erotik-Skala Elijah Wood als Hobbit mit den puscheligen Füßen mühelos ab. Seitdem gehen weltweit gestandene Frauen in Schnappatmung über, wenn sie den 26-jährigen Briten mit Wohnsitz in L.A. sehen. Auch Orlando Blooms neuer Fantasy-Film, die Piraten-Saga "Der Fluch der Karibik" (Start : 4.9.), wird seinen Ruf als Womanizer weiter zementieren. Wie fabelhaft lebt es sich eigentlich als neuer Traummann der Lienwand ?

Glauben Sie selbst an Märchen ?

Mein ganzes Leben kommt mir wie ein Märchen vor. Vor zwei Jahren war ich noch auf der Schauspeilschule, und plötzlich drehe ich zusammen mit Johnny Depp "Fluch der Karibik" und "Troy" mit Brad Pitt. Die beiden Jungs habe ich früher im Kino immer bewundert. Also wenn das kein Märchen ist... Aber ich könnte mir auch vorstellen, die Hauptrolle in einer Komödie zu spielen, mal ganz ohne Piraten-Outfit oder Elben-Kostüm.

Sind Elben eigentlich geschlechtsfähig ?

Keine Ahnung. Wieso fragen Sie ?

Wir fragen im Interesse unserer Leserinnen. Ihren Status als neues Sex-Symbol haben Sie schließlich Ihrer Rolle als Elb Legolas in "Herr der Ringe" zu verdanken.

Scheinbar sehen das tastsächlich einige Leute so. Frauen sprechen mich manchmal aud der Straße an und sagen : Hey Orlando, netter Hintern. Das ist schon seltsam.

Mal ehrlich : Sowas streichelt doch das männliche Ego.

Sicher, aber ich was es bislang nicht gewohnt, dass mein Po ein Objekt der Begierde ist. Ich fühle mich gar nicht sexy.

Sind Sie etwa kein bisschen eitel ?

Eigentlich nicht. Ich bin der Typ, der sich wenig Gedanken über Äußerlichkeiten macht. Ich rasiere mich manchmal tagelang nicht, weil ich einfach keine Lust habe. Ich beschäftige mich auch nicht lange mit meinen Haaren. Ich lasse sie einfach wachsen, zum Friseur zu gehen ist für mich eher ein lästiges übel. Aber ich bin in der glücklichen Lage, dass ich bei Dreharbeiten oft einen kostenlosen Haarschnitt bekomme.

Im Film hilft Johnny Depp Ihnen als verschrobener Captain bei der wandlung zum Piraten. Was halten Sie von Ihm ?

Es gibt Menschen im Leben, die trifft man, und es klickt sofort. So war es bei Johnny. Er ist neben Brad Pitt der "normalste" Super-Star, den ich bislang getroffen habe. Johnny hat mir einen Ratschlag mit auf den Weg gegeben : Triff Entscheidungen für oder gegen eine Rolle niemals wegen des Geldes ! Das hat sich in meinem Kopf festgesetzt.

Wie ist Johnny Depp denn so als Typ ?

Er kann ernst sein, aben man kann auch einen Mörderspaß mit ihm haben. Als wir für die Dreharbeiten in die Karibik geflogen sind, haben wir im Flugzeug gemeinsam gegen die Flugangst antgetrunken. Bei der Ankunft sind wir ziemlich angeheitert die Gangway hinunter getortkelt, Johnny voraus. Auf dem Rollfeld wartete der Premierminister von St. Vincent zur Begrüßung auf uns. Johnny hat das nicht richtig mitbekommen, ist dem Mann um den Hals gefallen und hat ihn geküsst. Das war wirklich bizarr !

Sie haben sich fast jeden knochen in Ihrem körper schon einmal gebrochen. Sind Sie so ein Schussel ?

Bei den Dreharbeiten zu "Herr der Ringe" habe ich mir ein paar Rippen gebrochen, doch diesmal ist außer ein paar Kratzern während der Frechtszenen zum Glück nichts passiert. Die meinsten Brücke habe ich mir bislang, beim Sport zugezogen.

Sie sind also ein Draufgänger ?

Ich war früher ziemlich aktiv, habe Sportarten wie Fallschirmund Bungeespringen, Paragliding, Surfen und Snowboarden betrieben - da bleiben Unfälle nicht aus. Den schwersten Unfall hatte ich allerdings vor einigen Jahren, als ich von der Dachterrasse eines Freundes gestürzt bin und mir dabei den Rücken gebrochen habe. Die Ärzte haben mich damals schon auf ein Leben im Rollstuhl vorbereitet, aber zwölf Tage später bin ich ohne Probleme aus dem Krankenhaus marschiert. Sie sehen : Märchen mit Happy End passieren auch im richtigen Leben.

Stimmt es, dass Sie Legastheniker sind ?

Das stimmt, aber es hört sich immer so an, als hätte man die Pest ! Ja, ich habe Schwierigkeiten, manche Buchstaben zu erkennen und zu unterschreiden. Aber ich habe trotzdem meine Schulausbildung erfolgreich absolviert. Viele Leute denken immer noch, dass Legastheniker unterbelichtet sind. Das ist einfach nur dumm.

Wie gehen Sie damit um, wenn Ihre Legasthenie in der Öffentlichkeit diskutiert wird ?

Ich versuche zu akzeptieren, dass es Teil des Geschäfts ist. Aber Öffentlichkeit hat auch Vorteile : Ich kann diese Plattform etwa nutzen, um Vorurteile gegenüber Legasthenikern abzubauen. Die Leute sollten lernen, andere nicht nur nach einer Schwäche zu beurteilen. Etwas mehr Verständnis und Toleranz schadet nicht !

Welches falsche Bild hat die Öffentlichkeit von Ihnen ?

Ich werde oft zum Frauenheld stilisiert, zum Sex-Symbol oder zum romantischen Kuscheltier. Die Wahrheit ist : Ich bin eigentlich gar nicht romantisch. Ich wäre es vielleicht gerne, aber das Gen fehlt mir scheinbar. Ich will nicht als perfekter Liebhaber hingestellt werden.

Sie haben inzwischen eine Freundin. Wird da was Festes draus ?

Lassen Sie mich ganz allgemein antworten : Ich glaube an schöne Märchen mit Happy End !

Interview : Andreas Renner

Fotos : Sebastian Copeland/Buena Vista International, INC.

Source : Petra, Germany - September 2003

 

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